Ein Abend mit Tho­mas Thieme

Ges­tern Abend hat­te der Freun­des­kreis Mühl­häu­ser Muse­en bei schöns­tem Wet­ter auf dem Krist­an­platz zu einem Abend mit dem Schau­spie­ler Tho­mas Thie­me ein­ge­la­den. Wie gewohnt, war die Ver­an­stal­tung bes­tens orga­ni­siert. Für das leib­li­che Wohl sorg­te der Brau­haus-Chef Herr Fon­gern selbst.

Herr Dr. Scholl, der 1. Vor­sit­zen­de des Freun­des­krei­ses, führ­te durch den Abend, indem er mit Tho­mas Thie­me eine Art Inter­view auf freund­schaft­li­cher Ebe­ne führ­te. Die musi­ka­li­sche Ein­rah­mung über­nahm Arthur Thie­me, der Sohn des bekann­ten Schauspielers.

Der Abend war in vier the­ma­ti­sche Gesprächs­blö­cke unter­teilt, wobei man nach den ers­ten bei­den Blö­cken bei Herrn Fon­gern nach­fas­sen konn­te. Der ers­te Block war, wohl wegen der lau­fen­den Fuß­ball-Euro­pa­meis­ter­schaft, dem Ball­sport gewid­met. Schnell war man sich einig, das Deutsch­land ledig­lich wegen der akti­ven Unter­stüt­zung durch die Por­tu­gie­sen das Spiel am Nach­mit­tag für sich ent­schei­den konnte.

Thie­me begeg­ne­te offen­bar drei wich­ti­gen Fuß­bal­lern. Die Rede war von Jim­my Hart­wig, Gün­ther Net­zer und Uli Hoe­neß. Jim­my Hart­wig war mit Tho­mas Thie­me gemein­sam auf der Thea­ter­büh­ne. Gün­ter Net­zer ist ein Freund Thie­mes und hat wäh­rend sei­ner gran­dio­sen Zeit als Fuß­bal­ler das Spiel sozu­sa­gen gedacht und hat, wäh­rend Uli Hoe­neß schon im Gefäng­nis war, die­sen mit Tho­mas Thie­me zusam­men­ge­bracht. Thie­me woll­te Uli Hoe­neß tref­fen, weil er ihn in einem Film ver­kör­pern sollte.

Der Abend war gespickt mit Anek­do­ten und Lebens­weis­hei­ten. Die The­men waren so breit­ge­fä­chert wie das bis­he­ri­ge Lebens­werk des Künst­lers. Natür­lich kam auch zur Spra­che, war­um er die DDR ver­las­sen hatte. 

Es war ein wirk­lich gelun­ge­ner Abend.

Quel­len:

www.freundeskreis-muehlhaeuser-museen.de

Bat­man, Bie­ne Maja, Mil­ky Way und der Schwanenteich

Ver­gleicht man den Ster­nen­him­mel den man in der Stadt sieht mit dem Ster­nen­him­mel, den man in den Ber­gen vor sich hat, wird man einen rie­si­gen Unter­schied bemer­ken. Das liegt an dem Phä­no­men der Licht­ver­schmut­zung (Light Pol­lu­ti­on). Gemeint ist mit Licht­ver­schmut­zung die Ver­schmut­zung mit künst­li­chem Licht.

Das hat zum Teil ver­hee­ren­de Fol­gen, davon ein­mal abge­se­hen, dass man die Milch­stra­ße nicht oder nicht so deut­lich sieht, was mich als Astro­no­mie­leh­rer sehr stört. Aber ich bin auch Bio­lo­gie­leh­rer und als sol­cher bin ich gera­de­zu ent­setzt was wir den Tie­ren und Pflan­zen durch unser künst­li­ches Licht zumuten.

Vie­le Tie­re, auch der Homo sapi­ens, leben in einem cir­ca­dia­nen Rhyth­mus, also dem Wech­sel von Tag und Nacht. Die­ser Wech­sel von Tag auf Nacht wird gewöhn­lich vor­ge­ge­ben durch das weit­ge­hen­de Feh­len von Licht. Die­ser Rhyth­mus wird nach­hal­tig durch uns Men­schen gestört, zumal mehr als die Hälf­te der Tie­re nacht­ak­tiv sind.

Unter den nacht­ak­ti­ven Tie­ren fin­den wir vie­le Insek­ten, die die Pflan­zen bestäu­ben. Die Licht­ver­schmut­zung trägt zum Insek­ten­ster­ben bei, was wie­der­um zu Fol­ge hat, dass sich die Pflan­zen nicht ver­meh­ren kön­nen. Neben den Insek­ten sind auch vie­le Säu­ge­tie­re betrof­fen, wobei die bekann­tes­ten Bei­spie­le die Fle­der­maus­ar­ten sind.

Auf der Sei­te www.lichtverschmutzung.de wird eine Mus­ter­leit­li­nie für Kom­mu­nen vor­ge­stellt, deren all­ge­mei­nen Grund­sät­ze wie folgt lauten:

„Künst­li­ches Licht darf nur ein­ge­setzt wer­den, wenn es begrün­det not­wen­dig ist.
Es darf nur die min­des­tens not­wen­di­ge begrün­de­te Licht­men­ge ein­ge­setzt wer­den.
Künst­li­ches Licht darf nur dort­hin strah­len wo es unbe­dingt not­wen­dig ist und soll nicht über die Nutz­flä­che
hin­aus­strah­len.
Die Licht­punkt­hö­hen sind dem Bedarf ange­passt mög­lichst nied­rig zu hal­ten.
Künst­li­ches Licht darf nur dann ein­ge­schal­tet sein, wenn es benö­tigt wird, bezie­hungs­wei­se soll­te bedarfs­ori­en­tiert
redu­ziert wer­den bis hin zur Abschal­tung.
Künst­li­ches Licht darf nur gerin­ge Blau­an­tei­le ent­hal­ten, daher nur bern­stein­far­ben bis warm­weiß mit Farb­tem­pe­ra­tu­ren
von 1700 bis 2700 Kel­vin, max. 3000 Kel­vin (K).“

Die Mus­ter­leit­li­nie könn­te auch Vor­bild für Mühl­hau­sen sein und ich habe dazu auch schon posi­ti­ve Signa­le von Ober­bür­ger­meis­ter Dr. Johan­nes Bruns bekom­men. Das Schwa­nen­teich­ge­län­de soll umfas­send neu gestal­tet wer­den. Hier­zu kön­nen Bür­ge­rin­nen und Bür­ger ihre Vor­schlä­ge ein­brin­gen. Die­ses Recht habe ich wahr­ge­nom­men und den fol­gen­den Vor­schlag an das Rat­haus geschickt:


Verr­mei­dung von Licht­smog am Schwa­nen­teich­ge­län­de zum Schutz der nacht­ak­ti­ven Tie­re:

Ein­satz von geeig­ne­ten LED-Lam­pen ohne IR- und UV-Anteil
Nach unten gerich­te­tes Licht ohne Streu­ver­lus­te (güns­ti­ger für Fle­der­mäu­se und Nacht­fal­ter)
Ein­satz von smar­ten Lam­pen, die sich bei Bedarf einschalten


Quel­len:
http://www.lichtverschmutzung.de

http://www.lichtverschmutzung.de/dokumente/Muster_kommunale_Lichtleitlinie_und_Beschlussvorlage.pdf

Über­sterb­lich­keit

In den sozia­len Medi­en taucht immer wie­der die Fra­ge nach der Über­sterb­lich­keit auf. Manch­mal wird ange­zwei­felt, dass durch Coro­na mehr Men­schen als in den letz­ten Jah­ren gestor­ben sind. Das sta­tis­ti­sche Bun­des­amt ver­öf­fent­licht die Zah­len zu den Ster­be­fall­zah­len, wobei die­se aber natur­ge­mäß nicht aktu­ell sind. Zu Covid-19 wur­de aller­dings hier­von abge­wi­chen und es wur­de ein Pod­cast die­sem The­ma gewidmet.

Hier­zu muss gesagt wer­den, dass die Ermitt­lung der Ster­be­ra­te für Covid-19 nicht so ein­fach ist, wie man es auf den ers­ten Blick mei­nen könn­te. So ist zu beach­ten, dass an ande­ren Krank­hei­ten wie der Grip­pe (Influ­en­za) durch die Coro­na­maß­nah­men, wie das Tra­gen einer Mas­ke, weni­ger Men­schen gestor­ben sind. Das Robert-Koch-Insti­tut hat in sei­nem Pod­cast die Ster­be­ra­te der star­ken Grip­pe­wel­le von 2017/2018 mit der Ster­be­ra­te durch Covid-19 ver­gli­chen. An der Grip­pe star­ben damals 25000 Men­schen in Deutsch­land. Laut RKI star­ben im Ver­gleichs­zeit­raum an Covid-19 etwa dop­pelt so vie­le Men­schen in Deutschland. 

Prof. Keku­le hat im MDR-Pod­cast vom 10. Juni eine inter­es­san­te Stu­die vor­ge­stellt. Dar­in wer­den die Ster­be­ra­ten in Coro­na­zei­ten ver­schie­de­ner Län­der ver­gli­chen. Ver­gli­chen wur­den die Über­sterb­lich­kei­ten des Zeit­raums 2015 bis 2018 mit den Jah­ren 2020 und 2021. In Deutsch­land star­ben dem­nach 36000 Men­schen an Covid-19. Anders sah es z.B. in Peru aus, wo 180000 Men­schen an Covid-19 ster­ben. Aller­dings haben wir in eini­gen Län­dern nega­ti­ve Über­sterb­lich­kei­ten. Hier zeig­ten die Coro­na­maß­nah­men ins­ge­samt eine posi­ti­ve Wir­kung auf die Gesund­heit der Menschen.

Quel­len:

https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung/Sterbefaelle-Lebenserwartung/Podcast/podcast-sterbefaelle-update-21–03.html

https://www.mdr.de/nachrichten/podcast/kekule-corona/kekule-corona-kompass-einhundertdreiundneunzig-100-downloadFile.pdf

https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2021.01.27.21250604v3.full.pdf

Grün

Auf ihrem Par­tei­tag haben Bünd­nis 90/die Grü­nen heu­te ihr Spit­zen­duo zur Bun­des­tags­wahl gehört, Anna­le­na Baer­bock und Robert Habeck. Frau Baer­bock wur­de nicht expli­zit zur Kanz­ler­kan­di­da­tin nomi­niert. Ich wün­sche den Grü­nen Erfolg, aber natür­lich nicht so viel wie uns Sozi­al­de­mo­kra­ten mit Olaf Scholz als Kanzlerkandidaten. 

Ich war heu­te in Göt­tin­gen und habe mir ein neu­es Bril­len­ge­stell bei mei­ner Mei­nung nach dem bes­ten Opti­ker in Göt­tin­gen geholt. Die Bril­le heißt nach dem Schau­spie­ler Gre­go­ry Peck (Wer die Nach­ti­gall stört) und ist nur bei eini­gen Opti­kern in Deutsch­land zu haben.

Übri­gens gilt bis zum mor­gi­gen Sonn­tag immer noch die Mas­ken­pflicht im Außen­be­reich in der kom­plet­ten Innen­stadt. In Mühl­hau­sen wür­den eini­ge Möch­te-gern-Viro­lo­gen auf die Bar­ri­ka­den gehen und den gan­zen Mon­tag auf dem Stein­weg auf- und abspazieren.

Um auf die Grü­nen zurück­zu­kom­men, fällt mir ein, dass Göt­tin­gen der Wahl­kreis von Jür­gen Trit­tin ist. Ihm zu Ehren hat sich wohl heu­te ein Kra­nich mit­ten in Göt­tin­gen gezeigt. Kat­rin Göring-Eckardt und Jür­gen Trit­tin waren 2013 das Spit­zen­duo von Bünd­nis 90/die Grü­nen für die Bun­des­tags­wahl. Irgend­wie schei­nen mir die bei­den auch heu­te noch authen­ti­scher als das heu­te gewähl­te Duo, aber das ist ledig­lich eine per­sön­li­che Meinung.

Lie­fer­ket­ten, Warn­streik und Impfung

Heu­te war ein auf­re­gen­der Tag. Das Lie­fer­ket­ten­ge­setz wur­de im Bun­des­tag ver­ab­schie­det, was dem Bun­des­so­zi­al­mi­nis­ter Huber­tus Heil zu ver­dan­ken ist. Man mag argu­men­tie­ren, dass es nicht weit genug geht, aber es ist ein Anfang. Wir wol­len kei­ne Aus­beu­tung in den armen Län­dern auf unse­re Kos­ten. Dafür stimm­ten 412 Abge­ord­ne­te, 159 waren dage­gen. Alle anwe­sen­den SPD-Abge­ord­ne­ten haben dafür gestimmt, genau­so wie die Grü­nen. Von der CDU stimm­ten eini­ge dage­gen. AFD und FDP stimm­ten dage­gen und die Lin­ken ent­hiel­ten sich mit einer Ausnahme. 

Bei Vites­co in Mühl­hau­sen wur­de ein 24h-Warn­streik aus­ge­ru­fen. Ziel ist der Abschluss eines Sozi­al­ta­rif­ver­trags. Hier­bei geht es um eine Scha­dens­be­gren­zung, denn es dro­hen umfang­rei­che Ent­las­sun­gen. Mei­ne Soli­da­ri­tät gilt den Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen von Vitesco. 

Für mich gibt es etwas posi­ti­ves zu berich­ten. Heu­te mor­gen habe ich mei­ne zwei­te Covid-19 Imp­fung bekom­men, in zwei Wochen gel­te ich also als unge­fähr­lich, was die Pan­de­mie betrifft.

Quel­len:

https://www.abgeordnetenwatch.de/abstimmungen/unternehmerische-sorgfaltspflichten-in-lieferketten

https://lieferkettengesetz.de

https://www.igmetall-bezirk-mitte.de/aktuelles/meldung/hohe-beteiligung-am-24-stunden-warnstreik-bei-vitesco-beschaeftigte-fordern-sozialtarifvertrag?fbclid=IwAR3lOiiNmcICWHG4rGQjrhWYqqxPn5LqmdjabXfnwb_-XbXITxzjFkgPlHo